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Gut gecoacht ist halb gewonnen

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Neben dem Studium werden an der HSG verschiedene Programme und Projekte angeboten, an denen die Studenten teilnehmen können: Einzigartig an der HSG ist das Coaching-Programm für Assessment-Studenten, dass erfahrene Betreuer und Uni-Anfänger zusammenbringt. Hier ein Leitfaden in neun Fragen.

1. Was ist das Coaching-Programm en detail?

Laut Petra Kipfelsberger, der Leiterin des Programms, ist das Coaching-Programm „die Kombination aus Seminaren und Coaching-Gesprächen zwischen dem Coachee (dem Studenten) und dem Coach, mit dem Ziel wichtige überfachliche Kompetenzen des Studierenden zu verbessern.“

2. Wie ist es aufgebaut?

Im Programm wird auf die Entwicklung von vier Kompetenzen besonderer Wert gelegt: Selbstreflexion, Selbstverantwortung, soziale Kompetenz und Leadership. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen, die bei unterschiedlichen Kompetenzen angewandt werden: Single, Duo oder in der Gruppe.

„Single“ erlaubt dem Studierenden, alleine über sich und seine Handlungen zu reflektieren. Um dies festzuhalten, muss er bis Ende des Programms über sein Jahr reflektieren und einen Bericht geschrieben haben.

„Duo“ bedeutet, dass der Coach und der Coachee zusammen Anlässe besuchen, Aktivitäten unternehmen oder einfach nur miteinander reden. Die beiden sollen dabei mindestens das Einstiegs-, und Abschlussgespräch durchführen und sich zu den Assessment-Tagen sprechen. Der Coachee hat die Chance, mit seinem Coach für ihn wichtige Themen zu besprechen und von den Erfahrungen des Coachs zu profitieren.

Ausserdem gibt es Gruppenaktivitäten. Die Studierenden lernen in Seminaren, wie sie sich in Gruppen und Teams verhalten und einbringen können. Es fördert vorwiegend ihre soziale Kompetenz, beim Gruppenerlebnis werden aber auch die anderen Fähigkeiten wie Leadership und Selbstverantwortung trainiert.

3. An wen ist es gerichtet?

Das Coaching-Programm richtet sich an alle Studierenden des Assessment-Jahres, die an der Uni auch Persönlichkeit weiterentwickeln wollen. Für Bachelor-Studenten gibt es mit dem Mentoring-Programm eine ähnliche Institution.

4. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Um ins Programm aufgenommen zu werden, bedarf es keiner besonderer Vorkenntnisse. Die Studierenden sollen aber motiviert sein, an sich selbst zu arbeiten und sich zu verändern. Eine Bewerbungsjury muss vom Engagement, dem Interesse und der Wertschätzung des Studenten für dieses Angebot überzeugt werden. Das Coaching ist neben dem Studium ein zusätzlicher Zeitaufwand und der Assessi ist gefordert, sich zu organisieren. Er muss bereit sein, dieses Opfer zu bringen und verpflichtet sich mit der Aufnahme ins Programm, an gewissen Veranstaltungen teilzunehmen.

5. Klingt super! Wo kann ich mich bewerben?

Auf der Internetseite coaching.unisg.ch ist bereits jetzt das Anmeldeformular aufgeschaltet. Western union money order Der Kandidat muss einen Account erstellen, seine persönlichen Daten angeben und seine Kompetenzen in den Kategorien Selbstreflexion, Selbstverantwortung, soziale Kompetenz und Leadership einschätzen. Er wird aufgefordert, einen Lebenslauf beizulegen und kann Präferenzen für bestimmte Coachs anführen. Die Anmeldung muss bis spätestens 12. Oktober 2010 abgeschickt werden.

Eine Woche später werden Kandidaten zu den Auswahlinterviews eingeladen, wo er sich persönlich vorstellen muss. Dieses Gespräch und seine Bewerbung im Internet bilden die Entscheidungsgrundlage für die Jury.

6. Und wie wird ausgewählt?

Bei von Petra Kipfelsberger geschätzten 110 bis 120 Bewerbungen können dieses Jahr 65 Plätze vergeben werden. Aus Gründen der Fairness und Gerechtigkeit werden im Voraus wenige Plätze per Los verteilt. Die anderen weniger glücklichen Bewerber müssen die Jury mit ihrer Motivation und ihrem authentischen Interesse überzeugen, für die Hälfte der Bewerber können leider keine Plätze angeboten werden.

7. Was kann man vom Coaching-Programm erwarten?

Wenn diese Hürde geschafft ist, kann man vom Programm nur noch profitieren. Das Coaching bietet laut HSG „intensive und individuelle Betreuung auf der Assessment-Stufe an, damit die Studierenden ihre Persönlichkeit entwickeln, entfalten und überfachliche Kompetenzen ausprägen können.“ Nebst Veranstaltungen und Workshops wie einem Führungsplanspiel oder Stimmtraining, geniessen die Mitglieder diverse Vorträge zu u.a. Zeitmanagement, interkultureller Kommunikation oder journalistischer Schreibkompetenz.

8. Was machen die Coachs dabei genau?

Die Coachs sind Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft oder Universitätsangehörige. Sie alle stellen sich ehrenamtlich für die Aufgabe als Coach zur Verfügung und sollen zwei bis vier Coachees während eines Jahres betreuen. Die Studenten haben die Chance auf Einblicke in deren Tätigkeitsgebiete und können sich mit ihnen in nahezu allen Belangen austauschen.  Beispielsweise können die Coachs ihre Schützlinge bei deren Karriereplanung oder ihrer Entscheidung für einen Major beraten. Berufliche Fragen werden dabei genauso abgedeckt wie private: Wie bringe ich alles unter einen Hut? In welchem Verhältnis stehen Verpflichtung und Freizeit? Oder: Wie netzwerke ich? Die Aufgabe, all diese Fragen und Themen ins Gespräch einzubringen, liegen beim Coachee.

9. Welche Verpflichtungen bringt das Coaching mit sich?

Wer sich für das Programm anmeldet, muss sich bewusst sein, dass ihn zusätzliche Arbeit während des Assessment-Jahres erwarten wird. Wenn andere ihre Freizeit geniessen, widmet er sich seiner Persönlichkeitsentwicklung, indem er Seminare besucht. Das Coaching-Programm erfordert vom Teilnehmer ein gewisses Mass an Organisationstalent und Bereitschaft, sich ausgiebig mit sich selbst zu beschäftigen.

Weitere Infos zu den Terminen findet ihr auf: http://www.unisg.ch/de/Studium/Bachelor/Assessmentjahr/CoachingProgramm/Veranstaltungen.aspx

Bildnachweis: Daniel Stricker (2010)

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