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Qualität in den Medien – Ein schwer zu messender Faktor

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Der Mittwoch startet für die produzierenden Studenten mit einem Expertenvortrag von Marc Furrer, dem Präsidenten der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom). Der erfahrene Wächter über den Telekommunikationsmarkt blickt auf eine langjährige Erfahrung als Korrespondent des Schweizer Radio DRS zurück. So vermittelt er dem Plenum die Fundamente für einen qualitativ hochwertigen Beitrag und gibt wertvolle Tipps für die Arbeit in der Startwoche.

«Qualität in den Medien ist ein schwierig zu messender Faktor. Viel schwieriger als es ist, die Qualität der Post zu überprüfen», startet der Wettbewerbshüter seinen Vortrag. Es gebe jedoch einige ganz zentrale Elemente, die jeder Publikation zu Grunde liegen. Formale Elemente wie ein Anfang und ein Schluss, ein einfach gehaltener, kurzer Text und Lockerheit sind gute Mittel zum Erfolg. Nicht minder wichtig ist es jedoch, die eigene Sprache dem Empfänger anzupassen und durch Illustrationen und Veranschaulichungen einen Mehrwert zu schaffen.

Ebenso von Bedeutung sind jedoch die inhaltlichen Aspekte: Häufig werde der Fehler gemacht, zu viele Informationen auf einmal vermitteln zu wollen. «Auch bei der ComCom kontrolliere ich jedes Communiqué darauf, ob höchstens eine bis zwei Botschaften weitergegeben werden.» Diese ausgewählten Botschaften müssten dafür umso pointierter und provokativer sein ohne Fakten und eigene Meinung zu vermischen. Der Experte stellt klar: «Die Glaubwürdigkeit eines Mediums darf auf keinen Fall verloren gehen. Ist diese einmal weg, wird es schwierig ein Publikationsorgan wieder zu rehabilitieren.»

Mahnend äussert sich Marc Furrer zu den Todsünden im qualitativen Journalismus. Schlagworte wie «Oberlehrer-Haltung», «Missionarischer Eifer» oder «Fakten zurechtbiegen» leuchten an der Leinwand auf. Alle umschreiben sie die Notwendigkeit, den Interessenten fortlaufend mit neuen Informationen zu beliefern, ohne Banalitäten zu behandeln. Der Leser, Zuhörer oder Zuschauer darf nicht als «dummer Bürger» hingestellt werden. Schliesslich sucht er schon mit der Mediumswahl das ihm passende Niveau. Sei es die «Alte Tante», ein Boulevardblatt oder ein Infotainment-Programm am Fernsehen. Der Rezipient sucht sich gezielt einen Informationskanal aus und erwartet dementsprechend Beiträge. Umso wichtiger ist es, dass sich der Journalist seinem Publikationsorgan anpasst und der interessierte Bürger am Ende mit seiner Wahl zufrieden ist.

Mit abschliessenden Glückwünschen für das kommende Studentenleben lässt Furrer die Gruppen an die Arbeit. Nach seinem Vortrag stellte er sich der startseite.sg im Interview und eröffnet einen Einblick in seine Arbeit.

(Bildnachweis: Roman Schister 2010)

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