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Podcast, die Zwischenstufe

1 Kommentar

„Mein Vortrag wird nicht ganze 45 Minuten dauern, denn die Devise im Radio heisst: Langweile deine Zuhörer nicht!“ Tatsächlich war sein Vortrag kürzer als erwartet. Martin Oesch, Programmleiter von Radio FM1 und Experte der Startwoche, gab den Assessmentstudenten heute früh um 08.15 einen Input für ihre Arbeit. Im April diesen Jahres schulte er die diesjährigen Tutoren der Startwoche auf das Medium Radio.
Laut Martin folgt ein Radiobeitrag einem ganz simplen Prinzip: einfache Sätze und das behandelte Thema sollte man schnell auf den Punkt bringen. Er vermittelte den neuen HSGler den groben Plan eines Beitrages. Am Ende seines Input traf ich ihn auf ein kleines Gespräch über die Zukunft seines Mediums.
Während man in der heutigen Zeit oft von einer Medienkrise spricht, sieht Martin Oesch dies nicht ganz so schwarz. Er ist seit 1984 Radiomoderator und kann somit auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen.140910_Input Radio „Öffentlich-rechtliche Sender haben es im Gegensatz zu Privatsendern, die hauptsächlich von Werbeeinnahmen leben, leichter. Wir stecken in einer Wirtschaftskrise und in solchen Zeiten sparen Unternehmen bei Werbeausgaben. Dies minimiert als Folge die Einnahmen von Privatsendern.“ Anders als öffentliche Sender, erhalten die Privaten keine Konzessionen. Denn diese erweisen sich in Krisenzeiten als Lebensretter.
Während den Printmedien die Leser davon laufen, blieb die Hörerzahl der Radios konstant: „Das Radio ist zu einem Begleitmedium mutiert. Und hat sich so, trotz Fernsehen und Internet bewährt.“  Tatsächlich ist das Radio ein Medium, dass genau wie das Internet nicht mehr vom Alltag wegzudenken ist. Die Menschen lauschen dem Radio während dem Autofahren, dem Putzen und Kochen, dem Lernen und dem Surfen im Internet.

Das Internet hat das Medium Radio auch bereichert. Während die Frequenzen begrenzt sind, sind die Plätze für Radio im Internet nahezu unendlich. Seit der Erfolgsgeschichte des Internets sind unglaublich viele neue Radiosender entstanden. Im Internet kann jeder Radio machen, egal ob mit Zuhörerschaft oder ohne. Natürlich muss sich das Radio auch in Zukunft den technischen Errungenschaften anpassen.

140910_FM1-LogoEin Beispiel für so eine Anpassung sei der Podcast. Jeder Radiosender  bietet heutzutage Podcasts ihrer Beiträge im Internet  an.  Sie erlauben den Zuhörern eine verpasste Sendung noch im Nachhinein zu hören. Auf meine Frage, ob er denn die Zukunft des Radios in den Podcast sieht, antwortete er mir : „Podcasts sind eine Zwischenstufe. Ich habe eher das Gefühl, dass die Zunkunft des Radios  in Richtung Digitalisierung geht. Die Menschen wollen sich nicht mehr vorschreiben lassen, was sie wann zu hören haben. Die Mensch wollen selber entscheiden und ihr Radioprogramm selber nach persönlichen Bedürfnissen gestalten.“ Tatsächlich kann man eine solche Entwicklung schon beim TV und sogar im Gastgewerbe beobachten.
Auch wenn man nicht weiss wie die Zukunft des Radios aussieht, wird das Radio wohl noch einige Zeit weiter überleben, denn das Radio ist die Tonspur des Lebens und Kinos der Ohren.

  1. Daniel Stricker sagt:

    Toller Artikel! Seine Stellungnahme zu den Podcasts kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Podcasts seien eine Zwischenstufe, der Trend gehe aber in Richtung Digitalisierung. Man wolle sich den Zeitpunkt, wann man konsumiert, nicht mehr vorschreiben lassen?

    Aber genau das sind Podcasts doch: Sie liegen in digitaler Form vor und werden bereits heute zu einem beliebigen Zeitpunkt konsumiert.