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Video – Medium der Manipulation

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Am zweiten Tag der Startwoche 2010 führt der Medienexperte für Video, Clifford Fullerton, seine Schützlinge in die Kunst der Videoproduktion ein. In einem einstündigen Referat erfahren die Gruppen alles, was für die erfolgreiche Absolvierung ihrer Aufgabe erforderlich ist. Dabei erstaunt seine Umschreibung des bewegten Bildes als «Medium der Manipulation».

So einfach es ist, Medien zu konsumieren, so schwierig ist es, selbst welche zu produzieren. Genau diese Aufgabe steht rund 200 Neulingen diese Woche ins Haus. Bis Donnerstagabend muss jede der zehn Gruppen einen kleinen Beitrag von 90 bis 150 Sekunden Länge produzieren. Basis für diese Arbeit bildet die Medienkonferenz zur Fallstudie über das Mediennutzungsverhalten der Studierenden.

Kurz nach 8 Uhr heute Morgen trudeln die Mitglieder der Videogruppen langsam im Lehrsaal ein. Der Experte Clifford Fullerton wartet geduldig in einer Ecke, während unter den Studenten vor allem ein Thema diskutiert wird – der Ausgang von gestern Abend. Schliesslich beginnt der Vortrag mit fünfminütiger Verspätung, wobei der Dozent mit einem etwas ironischen Unterton die Fitness der Assessis am heutigen Morgen lobt.

Zunächst beschäftigt sich Fullerton mit den Grundlagen der faszinierenden Technik Video. Was kann ein bewegtes Bild beim Rezipienten bewirken? Da Bilder generell stark mit Emotionen verknüpft sind, eignen sie sich auch hervorragend für Manipulationen. Der Mensch glaubt, was er sieht und dies wird sich vor allem in der Werbung zum Vorteil gemacht. Er ist der Auffassung, dass es einen vollständig neutralen Nachrichtenbeitrag demzufolge nicht gibt. Die subjektive Einstellung des Journalisten zum Thema dringt immer durch, auch wenn die Gegenthese häufig erwähnt wird, um die Neutralität zu suggerieren.

Für die Gruppen wird es nun ernst. In einem Kurzseminar zeigt Clifford Fullerton einige grundlegende Tipps zum Erstellen eines Videobeitrags auf. Oberstes Gebot bleibt für ihn das Fokussieren auf eine bestimmte Aussage der Medienkonferenz. Eine vollständige Abdeckung wäre in einem so kurzen Film ohnehin nicht möglich. Deshalb gilt es, für die Redaktion die Fülle an Informationen zu filtern, ein Thema zu identifizieren, ein Konzept für den Beitrag festzulegen und schliesslich den Film zu realisieren.

Fullerton zeigt eindrücklich auf, was für ein komplexes Puzzle ein auch noch so kurzer Videobeitrag darstellen kann und entlässt seine «Zöglinge» an die Arbeit. Für diese gilt es bis Donnerstagabend ernst. Dann werden die Arbeiten einer Vorjury vorgelegt, welche zwei Projekte ins Finale an der Abschlussveranstaltung wählen wird.

(Bildnachweis: Daniel Stricker 2010)

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