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Bücher – Kaufen, leihen, ignorieren?

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Ein fester Punkt im Wochenplan der Assessis ist der Besuch bei der Skriptenkommission. Schon beim Anblick der tausenden weissen, grün-bedeckelten Seiten merkt man: Studieren heisst in erster Linie lesen. Aber welche Bücher gehören zur Pflichtliteratur? Und braucht man die wirklich alle neu?

Respekt einflössend ist der Anblick der offiziellen Stelle für Vorlesungsskripte und Lehrbücher schon. Wenn man vor dem Tresen der SKK steht, scheint es am einfachsten zu sein „Einmal Komplettpaket, bitte!“ zu verlangen. Es lohnt sich aber einen genauen Blick auf die so genannte „Pflichtlektüre“ zu werfen und auf die Altvorderen zu hören: Dies spart bare Münze und am Ende des Semesters die bittere Erkenntnis, dass man in dieses oder jene Buch nicht mehr als einmal geschaut hat.

Natürlich beeinflussen persönliches Interesse oder der angestrebte Major den Bücherkauf erheblich:

  1. BWL: Für die Einführung in die Managementlehre ist die „grüne Bibel“ das Buch der Bücher. Das fünf-bändige Werk verschafft einen tiefen Einblick in das nSGMM, AIDA oder die 4 Ps. Das ist BWL-Basiswissen, wobei auf die abgebildeten Modelle auch über den Vorlesungsinhalt hinausgehen und in den Übungen direkt darauf Bezug genommen wird. Bei dieser grössten Anschaffung reicht jedoch eine Second-Hand-Ausgabe, die alte und die neue Auflage unterscheiden sich nur durch kleinere Änderungen und einem Glossar.
  2. Privatrecht: Ein eigenes Gesetzesbuch (ZGB und OR) ist Pflicht. Wenn man nicht schon eins aus Kanti-Zeiten besitzt, wird man bald schnell sein eigenes System für Anmerkungen, Markierungen und Fähnchen etablieren. Vorsicht auch bei Gesetztesänderungen, die vielleicht in älteren Ausgaben fehlen. Pflicht ist es, eine Ausgabe mit revidierten Aktienrecht zu besitzen.
  3. VWL: Der Mankiw mit Peter’s Pizza oder Betty’s Bagel Bar ist wahrscheinlich noch das amüsanteste Textbuch. Man soll es begleitend zur Vorlesung lesen, durchhalten tut dies aus Erfahrung kaum ein Assessi.
  4. Mathe: Lehrbuch und Skript sind hier in einem, die Anschaffung hier lohnt sich, meistens sind die Bücher nach der ersten Vorlesung schon beschrieben.
  5. LWA: Zwei Bücher zum richtigen und ernsthaften Studieren, die man sich getrost teilen oder aus zweiter Hand besorgen kann. Kurz vor den Prüfungen wird man spätestens genau hineinschauen müssen.
  6. Buchhaltung: Wer dies noch nachholen muss, sollte sich mit den blauen Büchern „Finanzbuchhaltung“ vorbereiten, egal ob man am Samstag den Kurs besucht oder nicht. Auch wenn die Rechnungslegungsstandards jährlich erweitert werden, reicht für die Prüfung auch eine ältere Ausgabe. Man sollte allerdings darauf aufpassen, dass Lehrbuch und Lösungen aus einem Jahr stammen.

Mittlerweile gibt es an der HSG zwei kostenlose Plattformen, auf denen man Bücher von älteren Studenten von neuwertig bis gebraucht erwerben kann. Auf der Seite der Studentenzeitschrift Prisma gibt es in der Rubrik Campus Online den Büchermarkt, an dem man auf einen Blick die angebotenen Bücher und die dazugehörige Stufe sehen kann. Eine andere Webpage ist bookrecycling.ch, welches ebenfalls von Studis betrieben wird und wo man auf dem Markplatz gezielt nach der gesuchten Literatur suchen kann. Nachdem man sich für ein Angebot entschieden hat, kann man über beiden Seiten den Anbieter nach der Erstellung eines Accounts kontaktieren und den Geld-/Büchertausch vereinbaren. Die Bücher kosten dort in der Regel nur noch die Hälfte, die Gesamtersparnis ist also immens.

Und in einem Jahr, nach hoffentlich bestandenem Assessment, könnt ihr die Seiten dann wieder nutzen – diesmal als Anbieter.

Anhang: Bücherliste Erstes Assessment-Semester (eine Übersicht der nötigen Literatur, mit Dank an Katrin Stutz)

Bildnachweis: Annegret Funke (2010)

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